Stellungnahme zum Antrag der Grundschule Borchshöhe auf Anerkennung als Modellschule mit Jahrgängen 1 bis 10
Liebe Eltern der Grundschule Borchshöhe,
wir unterstützen den Antrag der Grundschule Borchshöhe, Reformschule nach dem schwedischen Modell „Skola 2000“ für die Jahrgänge 1-10 zu werden.
Die Grundschule Borchshöhe hat sich vor Jahren auf den Weg gemacht, sich zu einer zukunftsorientierten Schule zu entwickeln: Eine Schule, die für alle Kinder da ist und alle individuell fördern will, die eine gebundene Ganztagsschule ist, um Zeit für individuelles Lernen zu haben, die Unterrichts- und Tagesrhythmus auf die Lernbedürfnisse der Kinder abstimmt, jahrgangs- und fächerübergreifend arbeitet, eine Schule, in der LehrerInnen in Teams arbeiten.
Der Fachausschuss für Schulentwicklung war angetreten, um langes gemeinsames Lernen zu ermöglichen und Bildung von sozialer Herkunft zu entkoppeln. Alle Parteien stimmten den Merkmalen guter Schule zu, die in vielen Punkten genau das hervorheben, was Ihre Grundschule bereits an Arbeitsschwerpunkten praktiziert.
Dann kam der Bremer „Schulkonsens“, den die LINKE nicht mittragen konnte. Bereits unter Punkt 1 der Empfehlungen wurde im „Schulkonsens“ festgeschrieben, dass jede Zusammenlegung von Grundschulen und Oberschulen (also gemeinsames Lernen von 1 bis 10) im Einzelfall der gemeinsamen Zustimmung aller unterzeichnenden Parteien (also SPD, Grüne, CDU und FDP) bedarf. Das steht in deutlichem Widerspruch zum Bekenntnis zu langem gemeinsamen Lernen als wichtiger Leitlinie guter Schule.
Schulen wir die Grundschule Borchshöhe müssen in ihrem Reformprozess und in ihrem bisherigen Weg unterstützt werden. Das Angebot auf 10 Jahre auszubauen, ist der richtige Weg. Wir brauchen Schulen wie diese, damit wir den Anforderungen von heute und denen der Zukunft entsprechen können.
Ihrer Schule wird nun angeboten, dass alle Kinder nach der 4. Klasse das Schulzentrum Lerchenstraße besuchen können. Diese Entwicklung unterstützen wir nicht, da sie zu großen Brüchen in der Schulentwicklung Ihrer Kinder führen würde. Kompetenzorientiertes, individuelles und teamorientiertes Arbeiten soll zugunsten einer Arbeitsweise ab Klasse 5 getauscht werden, die diese Ansprüche nicht in gleicher Weise einlöst. Deshalb erachten wir es nicht für sinnvoll, die Kinder nach Klasse 4 in die Lerchenstraße zu überführen, sondern unterstützen Ihre Forderung nach Erweiterung der Grundschule Borchshöhe bis KIasse 10. Denn warum soll man ein System abschaffen, das man eigentlich aufbauen will?
Auf der Deputationssitzung am 26. Februar 2009 haben wir die Problematik der Schule Borchshöhe thematisiert und uns dafür eingesetzt, dass sich die Deputation auf ihrer Sitzung am 17. März 2009 mit der Schule Borchshöhe befasst. Wir werden dafür eintreten, dass Ihre Schule mit ihrer guten Arbeit fortfahren kann und zu einer Schule von 1 bis 10 ausgebaut wird. An dem großen Engagement, mit dem Sie sich für Ihre Schule und den Erhalt Ihres Modells stark machen, wird hoffentlich auch die Deputation nicht vorbei können.
Mit freundlichen Grüßen
Agnes Alpers
Bildungsdeputierte der Fraktion DIE LINKE
in der Bremischen Bürgerschaft
Jost Beilken
Bildungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE
in der Bremischen Bürgerschaft
Michael Mork
Bildungspolitischer Sprecher der Partei DIE LINKE
Landesverband Bremen
Solidaritätserklärung der Fraktion DIE LINKE vom 2. März 2009
Sehr geehrter Elternbeirat der Grundschule Borchshöhe,
wir unterstützen Ihre Forderung, Ihre Schule zu einer Schule von Klasse 1 bis 10 auszubauen.
Langes gemeinsames Lernen ist in fast allen europäischen Ländern Standard, um die Qualität von Unterricht nachhaltig zu stärken. Seit Jahren arbeiten Sie in Ihrer Schule daran, zukunftsweisende Inhalte und Arbeitsweisen voranzutreiben.
Solche Schulen müssen wir aus-, nicht abbauen!
Wir wollen, dass die Politik das Interesse der Kinder und ihre Entwicklungsperspektive in den Mittelpunkt stellt. Dies darf nicht an einem falschen Schubladendenken in der Schulpolitik scheitern.
Monique Troedel
Fraktionsvorsitzende DIE LINKE.
in der Bremischen Bürgerschaft
Peter Erlanson
Fraktionsvorsitzender DIE LINKE.
in der Bremischen Bürgerschaft
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2009-03-05_Solidaritaetserklaerung_der_Fraktion_DIE_LINKE.pdf |
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