Auszug aus Stellungnahme Prof. Dr. Carle, Universität Bremen

 

... Heute präsentieren die Schülerinnen und Schüler der Lerngruppe 3-6 ihre Schule der interessierten Fachöffentlichkeit souverain. Wie kommen Kinder zu einem so hohen Selbstbewusstsein und zu so viel profunder Kenntnis über die Pädagogik ihrer Schule? Die Grundschule kooperiert mit dem Kindergarten im Rahmen des Schulprojekts im letzten Kindergartenjahr. Hier kommen die Kinder regelmäßig schon ab Herbst vor ihrer Einschulung in die Grundschule Borchshöhe und arbeiten nach einem speziellen Programm. Dabei lernen Sie die Schülerinnen und Schüler kennen. Das Gebäude wird ihnen vertraut. Sie lernen nebenbei - neben der schulvorbereitenden Förderung - die Regeln der Schule kennen. Das ist vor allem wegen des sehr guten sozialen Klimas an der Grundschule möglich. Wenn sie dann eingeschult werden, besuchen sie zunächst die Schuleingangsphase, in der sie ein bis drei Jahre verweilen können. Danach wechseln sie in die Klassenfamilie der 3. bis 6. Klasse. Sie lernen also über die ganze Schulzeit in der Grundschule altersgemischt, sind einmal die jüngeren, dann wieder die mittleren oder die erfahrenen Schülerinnen und Schüler ihrer Klassenfamilie. Sicher wäre es optimal, wenn diese Schule nun noch eine Erweiterung um die Schuljahre 8 bis 10 erfahren würde. ...

 

... Würde man statt einem langsamen Aufbau mit den Schülerinnen und Schülern, zwei Schulen vereinen (GS + Schulzentrum), dann ist zu erwarten, dass der notwendige

Personalentwicklungsprozess nicht ohne weiteres gelingt. Im Rahmen des Thüringer Schulversuchs „Veränderte Schuleingangsphase“ in den Jahren 2000 bis 20034 hat sich sehr deutlich gezeigt, dass die Zusammenlegung von Schulen meistens zu erheblichen Einbrüchen führte, insbesondere, wenn die beiden Schulkollegien nicht das gleiche pädagogische Konzept vertraten und ein Kollegium eher traditionell, das andere bereits entwickelt offen, binnendifferenziert und kompetenzorientiert unterrichtete. Hierzu gibt es zahlreiche weitere Untersuchungen z. B. von Tillmann und Holtappels, so dass als gesichert gelten kann, dass das Vereinigen von Schulen hoch risikobehaftet ist. ...