Auszug aus Stellungnahme Prof. Dr. Holtappels, Institut für Schulentwicklung - Dortmund
... Die Schule Borchshöhe hat nachweislich einen hohen Stand in offenen und differenzierten Lernformen sowie in individualisierter Förderung erreicht und arbeitet nach dem Lehrer-Arbeitszeit-Präsenzmodell. Die Schule Borchshöhe zeigt zudem einen beachtlichen Entwicklungsstand im Ganztagsbetrieb. Diese Schule erscheint mir als besonders geeignet, die pädagogisch-organisatorische Basis für eine Schule mit längerer gemeinsamer Lernzeit vom 1. bis 10. Schuljahr zu bilden. Hieraus ließe sich ein entsprechendes Schulmodell bestens entwickeln, zumal die Schule auch Erfahrungen mit Innovationsprozessen hat.
Ich bin daher sehr verwundert und es ist mir völlig unverständlich, dass die Schule offensichtlich den von ihr beantragten Weg nicht gehen kann, sondern auf den Verbund mit einem Schulzentrum verwiesen wird. Wenn solche Schulverbünde angestrebt werden, müssen die strukturellen, aber auch die pädagogischen und lernorganisatorischen Voraussetzungen vorliegen. Darüber hinaus bildet eine entsprechende Innovationsbereitschaft im Kollegium eine unverzichtbare Gelingensbedingung für Reformen, insbesondere für strukturelle Reform, wie Studien unmissverständlich zeigen (s. Tillmann u.a. 1979; Holtappels 1997; Holtappels 2002). Im vorliegenden Fall müsste gewährleistet sein, dass das Schulzentrum zuerst auf einen entsprechenden Entwicklungsstand in der Lernkultur und der Förderung sowie in der Organisationskultur, insbesondere der Lehrerkooperation, gebracht wird, da ansonsten hier unterschiedliche Schulkulturen und pädagogische Praxisformen aufeinanderprallen, die für erfolgreiche Reformen wenig zielführend sind. ...