Sehr geehrte Damen und Herren
Mit einer Mischung aus Staunen und Unglauben habe ich die Entscheidung der Bildungsdeputation in Bezug auf die Schule Borchshöhe zur Kenntnis genommen.
Staunen vor Allem deswegen, weil seitens der Politik in vielen Konferenzen, Gipfel, Erklärungen und Programme immer wieder eine nachhaltige Verbesserung des Bildungssystems gefordert wird.
Die Fachwelt ist sich da, m. E. unumstritten, einig, die besten Bildungsergebnisse werden dort erzielt, wo sowohl die individuellen Bedürfnisse, als auch Entwicklung und Begabung berücksichtigt werden. Wo sonst, als in jahrgangsübergreifenden Lerngruppen, wo jedes Kind entsprechend seiner Begabung und Entwicklung gefördert und gefordert wird, ist das möglich? Genau dort, wo im traditionellen Deutschen Schulsystem die einzelnen Stufen eine absolute Trennung für durchgehende Förderung bedeuten, setzen Schulen wie Borchshöhe mit einem engagierten Kollegium und Elternschaft wertvolle und im Lande Bremen dringend notwendige Akzente. Will man, und das ist das erklärte Ziel aller Parteien, das Bildungsniveau in Bremen nachhaltig verbessern, muss man genau diese Gruppen aufbauen. Die sechsjährige Grundschule in Borchshöhe ist da ein erster Ansatz. Die Erweiterung auf zehn Jahre wäre da dann die logische Folge. Das die politische Entscheidung in Bezug auf Borchshöhe so ausgefallen ist, wie sie mir jetzt bekannt geworden ist, kann ich deswegen nur mit Staunen zur Kenntnis nehmen.
Unglauben mischt sich bei mir da ein, wo ich feststellen muss, dass die Deputation in dieser Angelegenheit politische Ziele höher gewertet hat als das Wohl der Kinder und deren Eltern, welche sie als Vertretung der Bremer BürgerInnen eigentlich an erster Stelle vertreten sollte.
Mit freundlichem Gruß,
Olav van Gerven